Epstein Barr Virus verursacht Pfeiffersches Drüsenfieber und meist auch andere Krankheiten

Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird durch eine Infektion mit dem Epstein Barr Virus (EBV) ausgelöst, einem Erreger, der weltweit verbreitet ist. Er ist meist ungefährlich, wenn der mit ihm Infizierte über ein normales Abwehrsystem verfügt. 

Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist nach dem deutschen Kinderarzt und Internisten Erich Pfeiffer (1846 – 1921) benannt, der die Symptome der Erkrankung erstmals beschrieb.

Epstein Barr Virus TherapieDiese Bezeichnung fasst zwei der Haupt-Anzeichen der häufigen Erkrankung zusammen:

Schwellungen der Lymphknoten am Hals und anderen Körperstellen und (hohes) Fieber.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber tritt im Frühjahr und Herbst gehäuft auf. 

Was ist das Epstein Barr Virus?

Das Epstein Barr Virus gehört zu den Herpes Viren und wird auch Humanes Herpes Virus 4 genannt.

Es wurde im Jahr 1964 von den Wissenschaftlern Michael Epstein und Yvonne Barr zum ersten Mal beschrieben. Die Forscher fanden das Epstein Barr Virus in verschiedenen B-Lymphozyten des Immunsystems.

Es gilt als Verursacher des Pfeifferschen Drüsenfiebers (infektiöse Mononuclease) und bleibt lebenslang im Körper

Da das Epstein Barr Virus zur Gattung der Herpes Viren gehört, kann es nach symptomfreien Phasen jederzeit reaktiviert werden.

Dann ist der Infizierte noch ansteckender für Personen, die das Epstein Barr Virus noch nicht im Blut haben. 

Bei Patienten mit intaktem Immunsystem wird das erneute Auftreten des Pfeifferschen Drüsenfiebers unterdrückt. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die beispielsweise HIV/AIDS haben oder wegen einer Organtransplantation Immunsuppressiva einnehmen müssen, vermehrt sich das Epstein Barr Virus rasend schnell und kann noch zusätzlich das Auftreten seltener Krankheiten begünstigen.

Dazu gehören möglicherweise auch Hodgkin Lymphom, rheumatische Arthritis und Multiple Sklerose

Wissenschaftler konnten das Epstein Barr Virus sogar in menschlichen Brustkrebs-Zellen nachweisen. Ist das bei einem Patienten der Fall, sorgt es nach ersten Erkenntnissen dafür, dass die Krebserkrankung auf die obligatorische Chemotherapie weniger stark anspricht. Das Epstein Barr Virus tritt mitunter sogar zusammen mit bakteriellen Infektionen auf. 

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Wie wird das Epstein Barr Virus übertragen?

Um sich mit dem Epstein Barr Virus zu infizieren, reicht schon ein Tröpfchen Hustenschleim oder etwas Speichel aus. Zuerst werden die Epithelzellen des Mund-Rachenraums mit dem Erreger angesteckt. Dort vermehren sie sich in der akuten Phase der Epstein Barr Virus Infektion sehr stark und gelangen von dort in die Ohrspeicheldrüse, Zunge und Mundhöhle, wo sie die B-Lymphozyten in den Mandeln infizieren. Das sind Immunzellen, die eingedrungene Krankheitserreger ebenfalls bekämpfen. 

EBV SymptomeAuch über direkten Hautkontakt (Küssen) ist eine Übertragung des Epstein Barr Virus leicht möglich. Aus diesem Grund nennt der Volksmund das Pfeiffersche Drüsenfieber auch „Kuss-Krankheit“. Eine weitere Ansteckungsgefahr stellt das gemeinsame Benutzen von Bestecken, Tassen und Gläsern dar. Auch in diesem Fall verbreitet sich das Epstein Barr Virus sofort im Körper. 

In seltenen Fällen findet die Übertragung des Epstein Barr Virus durch Bluttransfusionen oder Organtransplantationen statt. Da Wissenschaftler den Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers sogar im Genitalsekret nachweisen konnten, besteht die Möglichkeit, dass er sich sogar über Geschlechtsverkehr verbreitet

Die meisten Menschen, die mit dem Epstein Barr Virus infiziert sind, kamen erstmals in ihrer Kindheit mit dem Erreger in Kontakt. Kinder unter fünf Jahren zeigen meist keine typischen Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Bei ihnen stellt man lediglich leichte Anzeichen einer Erkältung wie Halsschmerzen, Husten, Heisrkeit und Übelkeit fest. Erst ab dem Jugendalter kommt es bei 30 bis 60% der Infizierten zum Auftreten von charakteristischen Symptomen von Pfeifferschem Drüsenfieber. Die Inkubationszeit bei jungen Menschen dieses Alters beträgt 1 bis 2 Wochen. 

Bis zum 30. Lebensjahr tragen etwa 98% aller Menschen das Epstein Barr Virus im Blut. Bei Erwachsenen dauert es bis zu 10 Wochen, bis sich die ersten Krankheitssymptome zeigen. Auch wenn diese Zahlen durchaus besorgniserregend klingen, kommt es nur bei etwa der Hälfte aller Infizierten zum Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers. 

Da die Gene des Epstein Barr Virus in der DNA der B-Lymphozyten gespeichert sind, behalten Sie den Erreger Ihr ganzes Leben lang im Körper. Haben Sie jedoch ein intaktes Immunsystem, das mit Krankheitserregern gut fertig wird, müssen Sie nicht befürchten, dass das Epstein Barr Virus wieder aktiv wird. In einem solchen Fall wäre es erneut im Speichel nachweisbar. 

An welchen Symptomen erkennt man eine Epstein Barr Virus Infektion?

 

Epstein Barr VirusDirekt nach dem Kontakt mit dem Epstein Barr Virus kommt es zu so unspezifischen Symptomen wie Bauch, Kopf, Hals und Gliederschmerzen. Begeben Sie sich dann zu einem Arzt, kann es passieren, dass er bei Ihnen eine simple Erkältung diagnostiziert. 

Kommen dann jedoch noch deutlichere Krankheitsanzeichen wie mehr oder weniger starke Lymphknotenschwellungen am Hals und später auch noch an anderen Stellen des Körpers (in den Leistenbeugen, Achselhöhlen, im Brustkorb), Anschwellen der Hals-Mandeln, Schluckbeschwerden, starke Halsschmerzen, hohes Fieber und extreme Müdigkeit hinzu, werden die Beschwerden schon eher als Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers erkannt. 

Die Lymphknoten am Hals können Kirschkern bis Hühnereigröße annehmen und sorgen natürlich für ein enges Gefühl im Halsbereich: Sie haben Schwierigkeiten, die zerkauten Speisen hinunterzuschlucken. Die Lymphknoten fühlen sich hart, schwammig oder weich an. Die Mandeln im Hals sind mit grau-weißen Belägen bedeckt. In der zweiten und dritten Krankheitswoche kommt es bei zirka 50% der Patienten zu einer Vergrößerung der Milz, die sich jedoch nach Abklingen der Infektion wieder zurückbildet. Das geschwollene Organ ist druckempfindlich. 

Auch eine Vergrößerung der Leber ist möglich. Sie ist außerdem noch mit einer Gelbfärbung der Haut verbunden. Die Patienten haben erhöhte Leberwerte im Blut. In sehr seltenen Fällen treten Exantheme (Hautausschläge) auf. Sie sind großflächig oder kleiner und mit stark juckenden Rötungen oder kleinen Einblutungen verbunden. 

Nehmen Sie als mit dem Epstein Barr Virus infizierte Person noch zusätzlich bestimmte Antibiotika wie Ampicillin ein, kommt es zum Lyell-Syndrom. Die allergische Reaktion auf das Antibiotikum führt zum Entstehen von großen Blasen auf der Hautoberfläche, die verbrühter oder verbrannter Haut ähneln. 

Nach einiger Zeit lösen sich Stücke der oberen Hautschicht großflächig ab. Greift das Lyell-Syndrom auf die Schleimhaut innerer Organe über, besteht sogar Lebensgefahr für den Patienten. Das Fieber steigt nach der Infektion mit dem Epstein Barr Virus an und klingt dann teilweise wieder ab. 

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Patienten mit einem geschwächten Immunsystem und Menschen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen müssen, können außerdem noch an

  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung)
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
  • beeinträchtigter Atemfunktion
  • Lungenentzündung
  • Enzephalitis (Gehirnentzündung)
  • Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung)
  • Lymphomen erkranken und 

 

haben meist noch einen Mangel an roten und weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Die Lymphome entstehen aus den durch das Epstein Barr Virus veränderten Leukozyten und können später eventuell bösartig werden. 

 

Wie wird das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert?

Pfeiffersches Drüsenfieber SymptomeEs gibt verschiedene Möglichkeiten zu erkennen, ob sich der Patient mit dem Epstein Barr Virus infiziert hat. 

  1. Anhand einer Blutuntersuchung kann man feststellen, ob der Lymphozyten-Anteil an den weißen Blutkörperchen erhöht ist (relative Lymphozytose). Denn ist das der Fall, trägt er den Erreger in sich. Das Ergebnis wird dann zu einer erhöhten, verringerten oder gleich gebliebenen Anzahl an weißen Blutkörperchen in Beziehung gesetzt. 
  2. Bei einer Infektion mit dem Epstein Barr Virus findet man außerdem bestimmte atypische mononukleäre Zellen („Pfeiffer Zellen“) und gewisse zytotoxische T-Lymphozyten (CD8+). Zellen des Typs CD8+ haben eine charakteristische Zellkern-Form: Sie sind gebuchtet, rund oder gelappt
  3. Infizierte haben darüber hinaus erhöhte Leberwerte (Transaminasen). 
  4. Hat sich der Betroffene tatsächlich mit dem Epstein Barr Virus angesteckt, kann man in zirka 95% der Fälle IgG (Immunglobulin G)-Antikörper in seinem Blutserum nachweisen. In einem solchen Fall sind weitere Tests notwendig. Mehrere Wochen bis Monate produziert das menschliche Abwehrsystem Antikörper gegen das EBNA-1 Antigen des Erregers. 
  5. Ist das Testergebnis negativ, wird die Blutprobe auf das virale Capsid-Antigen (VCA IgG) untersucht. Damit bezeichnet man in der Medizin einen Marker, mit dessen Hilfe man erkennt, ob der Patient aktuell eine EBV-Infektion hat oder früher einmal Kontakt mit dem Krankheitserreger hatte. Bei einem positiven Testergebnis liegt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Infektion mit dem Epstein Barr Virus vor. 

 

Es sorgt jedoch nicht nur dafür, dass sich die B-Lymphozyten teilen und vermehren, sondern außerdem, dass sie ihr Verhalten ändern: Sie stellen veränderte Antikörper her, gelangen über das Blut und die Lymph-Flüssigkeit in die Organe (Milz, Leber etc.) und Lymphdrüsen und erzeugen chemische Verbindungen, die die Lymphknoten und Organe anschwellen lassen. In einem solchen Fall wird der Henle Test durchgeführt. 

– Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem kann das Epstein Barr Virus nach der symptomfreien Phase (Latenz) wieder reaktiviert werden und sich dann stark vermehren. Ob das der Fall ist, kann man mithilfe der Bestimmung der Viruslast durch die Polymerase-Kettenreaktion feststellen. 

– Sind nur bestimmte B-Lymphozyten wie beispielsweise die B-Gedächtniszellen mit dem Epstein Barr Virus infiziert, kann es zur Bildung von Antikörpern von schon lange zuvor ausgeheilten Impfungen oder Infektionen kommen (Röteln, Hepatitis A etc.). Bei ungewöhnlichen Krankheitsverläufen werden noch weitere Antikörpertests gemacht. 

Cave: Epstein Barr Virus Schnelltests sind kritisch zu bewerten, da sie mitunter falsch positive und falsch negative Ergebnisse liefern – was stark vom Lebensalter des jeweiligen Pfeiffersche Drüsenfieber Patienten abhängt.

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Wie behandelt man das Pfeiffersche Drüsenfieber?

Das intakte Immunsystem verkraftet den Viren-Angriff unbeschadet: Nach spätestens einigen Wochen ist das Pfeiffersche Drüsenfieber ausgeheilt. Bei Frauen kommt es nach dem Abklingen der Symptome mitunter zum Fatigue-Syndrom (chronische Müdigkeit). Menschen, die starker körperlicher Belastung ausgesetzt sind wie beispielsweise Leistungssportler und Personen mit körperlich schwerer Tätigkeit heilen die Epstein Barr Virus Infektion nicht so schnell aus. 

Da der Körper in dieser Zeit sehr geschwächt ist, empfiehlt es sich, ihm so viel Ruhe und Schlaf wie möglich zu gönnen. Dadurch wird der Selbstheilungsprozess gefördert. Das im Rahmen der Epstein Barr Virus Infektion auftretende Fieber wird medikamentös gesenkt, Schmerzen zum Beispiel mit der Gabe von Ibuprofen gelindert. Tritt noch zusätzlich eine bakterielle Infektion auf, erhalten Sie Antibiotika wie Doxycyclin verabreicht. 

Bei vergrößerter Leber oder Milz sollten an Pfeifferschem Drüsenfieber Erkrankte mindestens 3 Monate lang keinen intensiven Sport betreiben, da es sonst zu Organ-Rissen kommen kann. Sie müssten umgehend operiert werden. Tritt nach der Epstein Barr Virus Infektion noch eine zusätzliche Entzündung im Gehirn auf, verabreicht der behandelnde Arzt Kortikoide. Stark vergrößerte Mandeln werden operativ entfernt. 

Patienten mit Pfeifferschem Drüsenfieber sollten in der akuten Krankheitsphase viel Flüssigkeit (Kräutertee, Wasser, Saftschorle) zu sich nehmen. Der Genuss von Vollkornprodukten, frischem Obst und Gemüse trägt ebenfalls zur schnelleren Gesundung bei. Haben Sie noch dazu eine Hals oder Mandelentzündung, empfiehlt sich das Trinken von Salbei oder Kamillentee. 

Quark-Wickel sind ein altes Hausmittel aus Großmutters Zeiten und vor allem bei Lymphknotenschwellungen und Halsschmerzen sehr hilfreich. Während des Ausbruchs der Infektion mit dem Epstein Barr Virus sollten Sie unter gar keinen Umständen rauchen oder Alkohol trinken, da das die Abwehrkräfte schwächt. 

Bis zum Abklingen der Krankheitssymptome vergehen in der Regel 2 bis 3 Wochen bis einige Monate. Bei chronischem Krankheitslauf leiden Sie monatelang unter Fieber, Abgeschlagenheit und haben das Gefühl, sehr krank zu sein.

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Kann man dem Pfeifferschen Drüsenfieber vorbeugen?

Eine Vorbeugung des Epstein Barr Virus ist nur schwer möglich, da man oft nicht weiß, wer in der eigenen Nähe akut infiziert ist, gerade einen Rückfall erleidet und wer nicht ansteckend ist. Am besten ist es natürlich, den engen (Haut-)Kontakt zu aktuell erkrankten Personen zu vermeiden. Außerdem empfiehlt es sich, keinesfalls dasselbe Besteck, Glas etc. zu benutzen.