EBV Virus – das unterschätzte Epstein Barr Virus

Das EBV Virus ist eines der am weitesten verbreiteten Viruserkrankungen, die es gibt. Über 95 Prozent aller Erwachsenen, die das 30. Lebensjahr vollendet haben, sind mit dem EBV infiziert.

 EBV-Virus und seine Entdeckung

Das EBV Virus wurde 1964 von Michael Epstein und Yvonne M. Barr entdeckt, als sie bei einer Untersuchung eines Patienten EBV in B-Lymphozyten entdeckten. Etwa die Hälfte aller Infizierten erkrankt im Laufe des Lebens am Pfeifferschen Drüsenfieber, dessen Entdeckung auf einen Ende des 19. Jahrhunderts praktizierenden Kinderarzt zurückgeht.

 

Buch TIPP:

Epstein barr Virus Symptome

Infektionswege

Das EBV wird in den meisten Fällen über den Speichel übertragen, weswegen die Krankheit auch häufig Kusskrankheit oder kissing disease genannt wird.

Seltener erfolgt eine Infizierung über das Blut (Bluttransfusion) oder durch ungeschützten Geschlechtsverkehr.

 

EBV – Ähnlichkeit zu anderen Erkrankungen

Das Pfeiffersche Drüsenfieber weist ähnliche Symptome wie eine Streptokokken-Angina oder eine gewöhnliche Grippe auf.

Diese reichen von Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu einer Entzündung im Hals- und Rachenbereich des Erkrankten.

Die Gefahr ist, dass das Pfeiffersche Drüsenfieber vom Arzt nicht als solches diagnostizert und falsch behandelt wird. Ist dies der Fall, werden häufig weitgehend wirklose Antibiotika verschrieben, die jedoch beim Patienten unangenehme Nebenwirkungen, wie beispielsweise Hautausschlag am ganzen Körper, auslösen können.

 

Diagnostik

Es gibt verschiedene Schnelltests, die über eine Infektion mit dem EBV Virus Aufschluss geben sollen. Solche Tests laufen alle nach dem gleichen Schema ab. Sie machen sich zunutze, dass der Körper nach der Infektion verschiedene Antikörper bildet.

Diese Antikörper treten teilweise nur in bestimmten Zeitintervallen auf, sodass bei einem Nachweis eines Antikörpers, der erst frühestens vier Wochen nach dem Infektionszeitpunkt auftritt, eine frische Infektion ausgeschlossen werden kann.

 

EBV – Krankheitsverlauf und Therapie

EBV - VirusIn der Regel verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber unproblematisch und ohne das Auftreten von Komplikationen, es ist für die Betroffenen allerdings meist sehr kräftezehrend.

Die Inkubationszeit liegt bei Kindern zwischen sieben Tagen und einem Monat, bei Erwachsenen bei etwa vier bis sieben Wochen.

Erkrankte klagen in den ersten Tagen der Erkrankung über Fieber, Gliederschmerzen, Erschöpfung und Halsschmerzen, weshalb sie häufig das Krankenbett nicht verlassen können.

Ein allgemein anerkanntes Präparat, das speziell zur Bekämpfung des Pfeifferschen Drüsenfiebers entwickelt und eingesetzt wird, gibt es leider am Markt nicht.

Den Patienten wird vom Arzt in vielen Fällen absolute Bettruhe verordnet. Sie sollten viel trinken, damit der Flüssigkeitsverlust des Körpers ausgeglichen wird. Hin und wieder geht die Viruserkrankung mit einem bakteriellen Infekt einher, der standardmäßig mit Antibiotika behandelt wird.

Wer das Pfeiffersche Drüsenfieber überwunden hat, weist lebenslang eine Immunität gegen ein erneutes Ausbrechen der Krankheit auf. 

 

Komplikationen

Komplikationen treten zwar sehr selten auf, sind für Betroffene dafür aber umso unangenehmer.

Bekannt sind insbesondere infektiöse Blutarmut und Blutplättchenarmut, Anschwellen innerer Organe (Leber, Milz), Nieren-, Lungen- und Herzmuskelentzündungen, Gelbsucht und Gehirnentzündungen.

Vorbeugung

Der Schutz vor einer Epstein Barr Virus  Infektion ist schwierig und kann nur erreicht werden, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Kontakt zu erkrankten Personen meiden. Einen wirksamen Impfstoff gibt es bisher leider noch nicht.

Das EBV Virus ist für die Mediziner auch heute noch in vielerlei Hinsicht ein Rätsel und es gibt zahlreiche Gerüchte und Behauptungen rund um das Virus, die weder bewiesen noch widerlegt wurden.

Es bleibt zu hoffen, dass der medizinische Fortschritt weitere Erkenntnisse zur Beantwortung bisher ungelöster Fragen beisteuert.

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